3-10 Die trügerischen Aussichten für Chinas „Nachfolgeverschiebung vom Ersten Juli“

Als Machtmechanismus mit strukturellen Schwächen wird Chinas „Nachfolgeverschiebung vom Ersten Juli“ zwangsläufig einen Machtwechsel erleben. Dieser Wechsel innerhalb des chinesischen Militärs kann von einem Verharren inaktiver Strukturen über eine Annäherung an die Xi-Jinping-Fraktion und eine weitere Hinwendung zu den Entscheidungs- und Koordinierungsgremien des Zentralkomitees bis hin zur Entwicklung zu einer völlig unabhängigen politischen Kraft reichen. Der allgemeine Trend für die Xi-Jinping-Fraktion ist ein kontinuierlicher Niedergang. Im Zuge eines vorsichtigen Rückzugs könnten einzelne Mitglieder bestehende politische Ressourcen für langfristige Investitionen nutzen. Theoretisch ist eine vollständige Wiederbelebung der Xi-Jinping-Fraktion zwar nicht ausgeschlossen, die Bedingungen für deren Realisierung sind jedoch äußerst streng. Im Vergleich zum chinesischen Militär und der Xi-Jinping-Fraktion dürfte die interne Entwicklung innerhalb der Entscheidungs- und Koordinierungsgremien des Zentralkomitees die primäre Richtung darstellen. Es ist sogar möglich, dass der „Nachfolgeverschiebung vom Ersten Juli“ selbst dazu dient, diese interne Entwicklung zu lenken. Wenn sich die Machtverhältnisse des „Mechanismus vom 1. Juli“ verschieben, werden Chinas einflussreiche politische Familien unweigerlich in diesen Prozess hineingezogen.